Anhang 1

Begriffsbestimmungen

Die folgenden Begriffsbestimmungen sind DIN EN 60825-1 "Sicherheit von Laser-Einrichtungen, Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen, Benutzer-Richtlinien" entnommen, ausgenommen die Begriffe im Zusammenhang mit Instandhaltung, die DIN 31051-1 "Instandhaltung, Begriffe und Maßnahmen" entnommen sind. Soweit wie möglich wurde eine Anpassung an DIN 5030 "Spektrale Strahlungsmessung", DIN 5031 "Strahlungsphysik im optischen Bereich und Lichttechnik" und DIN 5036 "Strahlungsphysikalische und lichttechnische Eigenschaften von Materialien" vorgenommen.

In dieser Unfallverhütungsvorschrift und den zugehörigen Durchführungsanweisungen werden neben den Begriffsbestimmungen des § 2 folgende Begriffe verwendet:

Bestrahlung: Die Strahlungsenergie, welche auf ein Oberflächenelement trifft, geteilt durch den Flächeninhalt dieses Elements.

Einheit: Joule pro Quadratmeter, J . m-2

Bestrahlungsstärke: Die Strahlungsleistung, die auf ein Oberflächenelement trifft, geteilt durch den Flächeninhalt dieses Elements.

Einheit: Watt pro Quadratmeter, W . m-2

Blick in eine ausgedehnte Quelle: Die Sehbedingung, bei der das Auge die scheinbare Quelle in einem Abstand von 100 mm oder mehr unter einem Winkel sieht, der größer als der kleinste Grenzwinkel
amin ist. Beispiele sind der Blick auf bestimmte diffuse Reflexionen und auf bestimmte Anordnungen von Laserdioden.

Dauerstrich-Laser (kontinuierlich strahlender Laser): In dieser Unfallverhütungsvorschrift wird ein Laser, welcher über mehr als einen Zeitraum von 0,25 s andauernd strahlt, als Dauerstrich-Laser betrachtet.

Diffuse Reflexion: Veränderung der räumlichen Verteilung eines Strahlenbündels nach der Streuung durch eine Oberfläche oder eine Substanz in viele Richtungen. Ein vollkommen diffus streuendes Material zerstört jede Korrelation zwischen den Richtungen der einfallenden und wieder austretenden Strahlung.

Einwirkungsdauer: Die Zeitdauer eines Impulses, einer Impulsfolge oder einer Daueremission von Laserstrahlung, welche auf den menschlichen Körper einfällt.

Emissionsdauer: Die zeitliche Dauer eines Impulses, einer Impulsfolge oder des Dauerbetriebes, in welcher der Zugang zu Laserstrahlung möglich ist, wenn die Lasereinrichtung betrieben, gewartet oder instand gesetzt wird.

Fernbedienbarer Verriegelungsanschluß: Ein Steckverbinder, welcher es ermöglicht, externe Steuerelemente anzuschließen, die von anderen Komponenten der Lasereinrichtung getrennt aufgestellt sind.

Gebündelter Strahl: Ein "paralleles" Strahlenbündel mit sehr geringer Winkeldivergenz oder -konvergenz.

Grenzblende: Die kreisförmige Fläche, über die Bestrahlungsstärke und Bestrahlung gemittelt werden müssen.

Größter Grenzwinkel (amax): Der Wert der Winkelausdehnung der scheinbaren Quelle von dem ab die MZB- und GZS-Werte als unabhängig von der Größe der Strahlenquelle angesehen werden.

Impulsdauer: Das Zeitintervall zwischen den Halbwerten der Spitzenleistung in der ansteigenden und abfallenden Flanke eines Impulses.

Impulslaser: Ein Laser, der seine Energie in Form eines Einzelimpulses oder einer Impulsfolge abgibt. Dabei ist die Zeitdauer eines Impulses kleiner als 0,25 s.

Inspektion: Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes.

Instandhaltung: Gesamtheit der Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederherstellung des Sollzustandes sowie zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes.

Instandsetzung: Maßnahmen zur Wiederherstellung des Sollzustandes.

Kleinster Grenzwinkel (amim): Der Wert der Winkelausdehnung der scheinbaren Quelle, von der ab die Quelle als ausgedehnte Quelle angesehen wird. Die MZB- und GZS-Werte sind unabhängig von der Größe der Strahlenquelle für Winkelausdehnung, die kleiner als amin sind.

Maximale Ausgangsstrahlung: Die maximale Strahlungsleistung bzw. die maximale Strahlungsenergie pro Impuls der gesamten zugänglichen Strahlung, die eine Lasereinrichtung in irgendeine Richtung bei Nutzung aller apparativen Möglichkeiten zu einer beliebigen Zeit nach der Herstellung abgeben kann.

Meßblende: Eine Öffnung, die dazu dient, die Fläche zu definieren, über welche Strahlung gemessen wird.

Modenkopplung: Ein Mechanismus oder eine Erscheinung innerhalb eines Laserresonators, welcher zur Erzeugung eines Zuges sehr kurzer Impulse führt. Diese Erscheinung kann absichtlich herbeigeführt werden oder auch spontan als "selbständige Modenkopplung" vorkommen. Die dabei auftretenden Spitzenleistungen können beträchtlich höher sein als die mittlere Leistung.

Optische Dichte: Logarithmus zur Basis 10 des Reziprokwertes des Transmissionsgrades.

Direkter Blick in den Strahl (Punktquellenbetrachtung): Alle Sehbedingungen, unter denen das Auge der Laserstrahlung ausgesetzt ist, ausgenommen Betrachtung ausgedehnter Quellen. Beispiele sind der Blick in einen kollimierten Strahl und der Blick auf eine punktförmige Quelle.

Reflexionsgrad: Das Verhältnis der reflektierten Strahlungsleistung zur einfallenden Strahlungsleistung.

Richtungsveränderliche Laserstrahlung (scanning): Laserstrahlung, die bezüglich eines festen Bezugssystems eine mit der Zeit variierende Richtung, einen zeitlich veränderlichen Ursprungsort oder zeitlich veränderliche Ausbreitungsparameter hat.

Scheinbare Quelle: Das wirkliche oder scheinbare Objekt, das das kleinstmögliche Bild auf der Netzhaut erzeugt.

Anmerkung: Diese Definition wird benutzt, um den scheinbaren Ausgangspunkt der Laserstrahlung im Wellenlängenbereich von 400 nm bis 1400 nm zu bestimmen, unter der Annahme, daß sich die scheinbare Quelle im Akkomodationsbereich des Auges (| 100 mm) befindet. Im Grenzfall des ideal kollimierten Strahls liegt die scheinbare Quelle im Unendlichen.

Die Definition der scheinbaren Quelle wird im erweiterten Wellenlängenbereich von 302,5 nm bis 4000 nm verwendet, da eine Bündelung durch übliche Linsen in diesem Bereich möglich sein könnte.

Schutzabdeckung: Eine Vorrichtung, die verhindert, daß Menschen Laserstrahlung ausgesetzt werden, ausgenommen die Fälle, in denen der Zugang für die vorgesehene Funktion der Anlage notwendig ist.

Schutzgehäuse: Jene Teile einer Laser-Einrichtung (einschließlich Einrichtungen mit gekapselten Lasern), die dafür vorgesehen sind, zugängliche Strahlung zu verhindern, welche die vorgeschriebenen Grenzwerte der zugänglichen Strahlung (GZS) übersteigt (gewöhnlich vom Hersteller angebracht).

Sicherheitsabstand (nominal ocular hazard distance NOHD): Die Entfernung, bei welcher die Bestrahlungsstärke oder die Bestrahlung gleich dem entsprechenden Grenzwert der maximal zulässigen Bestrahlung der Hornhaut des Auges (MZB) ist. Schließt man beim Sicherheitsabstand auch die Möglichkeit der Betrachtung mit optischen Hilfsmitteln ein, so wird vom "Erweiterten Sicherheitsabstand" gesprochen.

Sichtbare Strahlung (Licht): Jede Strahlung, die direkte Lichtempfindungen im Auge hervorrufen kann.

Anmerkung: In dieser Unfallverhütungsvorschrift bedeutet dies die elektromagnetische Strahlung, deren monochromatische Komponenten im Wellenlängenbereich zwischen 400 nm und 700 nm liegen.

Spiegelnde Reflexion: Eine Reflexion an einer Fläche, bei welcher die Korrelation zwischen den einfallenden und reflektierten Strahlen aufrechterhalten wird, wie bei der Reflexion an einem Spiegel.

Strahlaufweiter: Eine Kombination optischer Elemente, die den Durchmesser eines Laserstrahlenbündels vergrößert.

Strahldurchmesser (Strahlbreite): Der Strahldurchmesser du an einem Punkt im Raum ist der Durchmesser des kleinsten Kreises, der
u % der gesamten Strahlungsleistung (oder Energie) umfaßt. In der Norm DIN EN 60 825-1 wird d63 benutzt.

Anmerkung. Für ein Gaußsches Strahlbündel entspricht d63 den Punkten, an denen die Bestrahlungsstärke auf 1/e des Maximalwertes in der Mitte fällt.

Strahlungsenergie: Zeitintegral der Strahlungsleistung über eine bestimmte Zeitdauer Dt.

Strahlungsleistung: Leistung, die in Form von Strahlung emittiert, übertragen oder empfangen wird.

Transmissionsgrad: Das Verhältnis der durchgelassenen Strahlungsleistung zur einfallenden Strahlungsleistung.

Symbol: t

Wartung: Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes.

Winkelausdehnung (a): Der Betrachtungswinkel, unter dem die scheinbare Quelle (einschließlich diffuser Reflexion) dem Auge des Beobachters oder vom Meßpunkt erscheint (siehe auch "größter Grenzwinkel" oder "kleinster Grenzwinkel").

Zugängliche Strahlung: Laserstrahlung, die in der Lage ist, einen Teil des menschlichen Körpers zu treffen und zu gefährden. Die Strahlung kann entweder durch eine Öffnung, durch Ablenkung mittels eines Reflektors oder durch einen Lichtleiter austreten. Die Exposition kann auch durch Hineinbringen von Teilen des Körpers durch Öffnungen im Gehäuse erfolgen oder im gestörten Betrieb der Lasereinrichtung auftreten.