§ 9
Arbeitsplätze, Zugänge, Durchgänge

DA

(1) Soweit das Bedienen, Rüsten, Beheben von Störungen sowie das Instandhalten der Maschinen der Papierherstellung vom Maschinenflur aus nicht möglich ist, müssen ortsfeste Arbeitsbühnen einschließlich ihrer Zugänge sowie Durchgänge vorhanden sein. DA

(2) An Arbeitsplätzen mit einer Absturzhöhe von mehr als 1,00 m müssen mindestens 1,10 m hohe Geländer vorhanden sein. Besteht Absturzgefahr in die Maschine vom Maschinenflur, von Arbeitsbühnen oder von deren Zugängen, so kann die Maschinenstuhlung die Absturzsicherung übernehmen, wenn sie die gleichen Bedingungen wie ein Geländer erfüllt und die Arbeitsbühne bzw. deren Zugang bis auf mindestens 0,12 m an die Stuhlung herangeführt ist. DA

(3) Ist bei Papier-, Pappen-, Karton- sowie Streichmaschinen die Anlage von Treppen als Zugang zu ortsfesten Arbeitsbühnen aus betriebstechnischen Gründen nicht möglich, müssen Maschinentreppen oder, wenn auch diese nicht möglich sind, Stufenanlegeleitern oder Steigleitern mit Flachsprossen vorhanden sein. DA

(4) Maschinentreppen nach Absatz 3 dürfen einen Steigungswinkel von 70° nicht überschreiten und müssen bei mehr als 1,00 m Absturzhöhe mit zwei Handläufen versehen sein. Die Höhe der Handläufe über Vorderkante Trittstufe muß 0,9 m betragen.

(5) Bei Treppen mit einem Steigungswinkel von mehr als 37° muß die Treppenhöhe auf 4,0 m begrenzt sein.

(6) Kann von Maschinentreppen aus über Geländer nach Absatz 2 hinweggestürzt werden, so muß das Geländer entsprechend erhöht werden.

(7) Ortsfeste Arbeitsbühnen müssen mindestens 0,5 m breit sein. Technisch bedingte örtliche Einengungen dürfen die nutzbare Laufbreite auf nicht weniger als 0,4 m einengen. Bauteile, die eine Einengung bewirken, müssen mit einer Gefahrenkennzeichnung versehen, erforderlichenfalls mit Abweisern ausgestattet oder gepolstert sein. DA

(8) Geländerunterbrechungen durch Zugänge an ortsfesten Arbeitsbühnen und Laufstegen von mehr als 2,0 m Absturzhöhe müssen gegen Absturz von Versicherten gesichert sein. DA

(9) Ortsfeste Arbeitsbühnen einschließlich ihrer Zugänge, Laufstege und Durchgänge müssen eine lichte Durchgangshöhe von mindestens 2,0 m haben. Kann aus konstruktiven Gründen die Höhe nicht eingehalten werden, muß einer Verletzungsgefahr durch Polsterung und Gefahrenkennzeichnung entgegengewirkt sein.


DA zu § 9:

Siehe auch §§ 18 bis 25 UVV "Allgemeine Vorschriften" (VBG 1) sowie DIN 31 003 "Ortsfeste Arbeitsbühnen einschließlich Zugänge; Begriffe, Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfung".


DA zu § 9 Abs. 1:

Nach DIN 31 051 "Instandhaltung; Begriffe und Maßnahmen" gehört zur Instandhaltung der Maschine auch deren Wartung.


DA zu § 9 Abs. 2:

Siehe auch Durchführungsanweisungen zu § 33 Abs. 1, 5 und 6 UVV "Allgemeine Vorschriften" (VBG 1) . Wegen der besonderen Gefahren an Maschinen der Papierherstellung wird eine Geländerhöhe von 1,10 m gefordert.


DA zu § 9 Abs. 3:

Ausladende Treppengänge im Bereich des Maschinenflurs schränken häufig den Verkehrsbereich ein und können zusätzlich Gefährdungen schaffen.

Betriebliche Gründe können z.B. sein:
Einengen des Verkehrsbereichs durch den Treppenabgang;
notwendige Verbindung eng benachbarter Arbeitsplätze unterschiedlicher Höhe;
Behinderung der Zugänglichkeit der Maschine beim Entstören.

Stufenanlegeleitern siehe § 7 Abs. 2 UVV "Leitern und Tritte" (VBG 74).

Steigleitern siehe § 15 UVV "Leitern und Tritte" (VBG 74).

Flachsprossen siehe DIN 4566 "Leitern und Tritte aus Metall".


DA zu § 9 Abs. 7:

Siehe Anlage 1 Nr. 7 UVV "Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz" (VBG 125).


DA zu § 9 Abs. 8:

Absturzgefahr besteht, wenn der Zugang über eine Maschinentreppe, eine Stufenanlegeleiter oder eine Steigleiter mit Flachsprossen führt.

Absturzgefahr besteht nicht, wenn ein Zwischenpodest vorhanden ist oder sich der Zugang am stirnseitigen Ende des Laufsteges befindet.

Geländerunterbrechungen sind z.B. durch selbsttätig schließende Türen, die sich zur Maschine hin öffnen lassen, zu sichern.

Ketten sind als Absturzsicherungen nicht geeignet.