§ 13
Armaturen

DA

(1) Werkstoffe für Gehäuse und Einbauteile von Armaturen und deren Dichtwerkstoffe müssen entsprechend Anlage 1 beschaffen sein, um ein Ausbrennen unter Betriebsbedingungen zu verhindern. Werkstoffe oder Armaturen aus Werkstoffen, die Satz 1 nicht entsprechen, dürfen verwendet sein, wenn sie von einem von der Berufsgenossenschaft anerkannten Prüfinstitut mit dem Ergebnis geprüft worden sind, daß sie sich für die Verwendung unter den Betriebsbedingungen sicherheitstechnisch eignen. DA

(2) Absatz 1 gilt nicht für Armaturen, die so angeordnet oder abgeschirmt sind, daß bei einem Ausbrennen Versicherte nicht verletzt werden können. DA

(3) Werden Armaturen mit Nennweiten größer als DN 200 und Betriebsdrücken von mehr als 16 bar in Rohrleitungen aus unlegiertem Stahl verwendet, so müssen Einrichtungen vorhanden sein, durch die vor dem Öffnen der Armatur der Druck beiderseits der Armatur so ausgeglichen wird, daß beim Öffnen der Armatur Versicherte nicht gefährdet sind. Dies gilt nicht für Sicherheitsventile. DA

(4) Armaturen für flüssigen Sauerstoff und für gasförmigen Sauerstoff mit einer Betriebstemperatur unter minus 10 °C müssen aus Werkstoffen bestehen, die für die auftretenden tiefen Betriebstemperaturen geeignet sind.

(5) Spindeln in Armaturen müssen gegen Herausdrehen gesichert sein.


DA zu § 13:

Armaturen für gasförmigen oder flüssigen Sauerstoff sind z. B. Absperr- und Regeleinrichtungen, Sicherheitsventile, Rückschlagklappen und -ventile.


DA zu § 13 Abs. 1:

Anerkannt ist die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Unter den Eichen 87, 12205 Berlin.

Für Nickel-Knetlegierungen mit Kupfer siehe DIN 17 743 "Nickel-Knetlegierungen mit Kupfer; Zusammensetzung".


DA zu § 13 Abs. 2:

Die Forderung hinsichtlich Anordnen von Armaturen ist erfüllt, wenn sie
außerhalb des Arbeits- und Verkehrsbereiches montiert und fernbedienbar eingerichtet sind
oder
sich innerhalb der Isolationsräume von Tieftemperaturanlagen oder -einrichtungen befinden.

Die Forderung hinsichtlich Schutz der Versicherten ist erfüllt, wenn die Armaturen durch eine feste, nicht brennbare Einrichtung, z. B. Schutzschild, abgeschirmt sind. Einrichtungen sollen so bemessen sein, daß sie die Versicherten sicher schützen, und so beschaffen sein, daß sie dem beim Ausbrennen auftretenden Feuerstrahl so lange standhalten, bis sich die Versicherten in Sicherheit gebracht haben.


DA zu § 13 Abs. 3:

Einrichtungen zum Druckausgleich sind z. B. Umgehungsleitungen um die Armatur, wobei der Durchmesser der Umgehungsleitung ein Viertel des Durchmessers der Hauptleitung nicht überschreiten soll.

Als sicherheitstechnisch unbedenkliches Druckverhältnis gelten erfahrungsgemäß im Druckbereich bis 40 bar Werte zwischen 1,0 und 1,10.