§ 10
Rohre aus unlegiertem oder niedriglegiertem Stahl

(1) In Rohrleitungen zum Fortleiten von gasförmigem Sauerstoff muß der Querschnitt von Rohren aus unlegiertem oder niedriglegiertem Stahl für Betriebsüberdrücke von mehr als 1 bar so gewählt sein, daß die sicherheitstechnisch unbedenkliche Strömungsgeschwindigkeit nicht überschritten wird. DA

(2) Für feuchten Sauerstoff mit Betriebsüberdrücken von mehr als 40 bar dürfen Rohrleitungen aus unlegiertem oder niedriglegiertem Stahl nicht verwendet sein. DA

(3) Senkrechtes Auftreffen von gasförmigem Sauerstoff auf die Rohrwandungen ist zu vermeiden. DA

(4) Für Betriebstemperaturen über 200 °C und unter minus 10 °C dürfen Rohre zum Fortleiten von gasförmigem Sauerstoff aus unlegiertem oder niedriglegiertem Stahl nicht verwendet sein.

(5) Bei Rohrleitungen, in denen Rost mitgerissen werden kann, muß sichergestellt sein, daß nachfolgende Anlagenteile nicht gefährdet werden. DA


DA zu § 10 Abs. 1:

Unlegierte und niedriglegierte Werkstoffe sind insbesondere in folgenden DIN-Normen genannt:

DIN 1626   "Geschweißte kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für beson-
            dere Anforderungen; Technische Lieferbedingungen",
DIN 1628   "Geschweißte, kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für beson-
            ders hohe Anforderungen; Technische Lieferbedingungen",
DIN 1629   "Nahtlose, kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für beson-
            dere Anforderungen; Technische Lieferbedingungen",
DIN 1630   "Nahtlose, kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für beson-
            ders hohe Anforderungen; Technische Lieferbedingungen",
DIN 17 172 "Stahlrohre für Fernleitungen für brennbare Flüssigkeiten und Gase;
            Technische Lieferbedingungen".

Für die Ermittlung der Strömungsgeschwindigkeit wird die größte Durchsatzmenge beim niedrigsten Betriebsüberdruck angesetzt. Als unbedenkliche Strömungsgeschwindigkeit gilt bei stationärer Strömung

     - für Betriebsüberdrücke von
       mehr als 1 bar aber nicht mehr als 40 bar:               25 m/s; 
     - für Betriebsüberdrücke von mehr als 40 bar                8 m/s.

DA zu § 10 Abs. 2:

Sauerstoff mit einem Taupunkt unter minus 15 °C bei Betriebsdruck wird, wenn diese Temperatur nicht unterschritten werden kann, als trocken angesehen. Die Trocknung des Sauerstoffs erfolgt z. B. mittels Adsorbern.


DA zu § 10 Abs. 3:

Diese Forderung ist erfüllt, wenn Richtungsänderungen in Leitungen und Verzweigungen nicht in scharfen Knicken, sondern nur in Krümmungen verlaufen.

Um beim Biegen von Rohren eine Schwächung der Wanddicke durch übermäßige Dehnung zu vermeiden, soll der Krümmungsradius einen Wert von 5 D (D = Außendurchmesser des Rohres) nicht unterschreiten. Der Krümmungsradius darf kleiner sein, wenn Krümmer verwendet werden, die nach DIN 2413-1 "Stahlrohre; Berechnung der Wanddicke von Stahlrohren gegen Innendruck" bzw. DIN 2413-2 "Stahlrohre; Berechnung der Wanddicke von Rohrbögen gegen Innendruck" ausgelegt sind.


DA zu § 10 Abs. 5:

Diese Forderung ist erfüllt durch Einbau von Abscheidern, Filtern mit Druckverlust-Differenzanzeige.