§ 8
Feuer- und Explosionsgefahren

(1) Ist beim Strahlen mit dem Entstehen von feuer- und explosionsgefährdeten Bereichen zu rechnen, dürfen Zündquellen in diesen Bereichen nicht vorhanden sein. Dies gilt nicht, wenn entsprechend dem Grad der Feuer- und Explosionsgefahr Schutzmaßnahmen gegen das Entzünden von abgelagertem oder aufgewirbeltem Staub getroffen sind. DA

(2) Lassen sich durch die Schutzmaßnahmen nach Absatz 1 Entzündungen nicht vermeiden, müssen zusätzlich an den Einrichtungen zum Erfassen, Abführen und Abscheiden des beim Strahlen anfallenden Staubes Schutzmaßnahmen getroffen sein. DA


DA zu § 8 Abs. 1:

Abgelagerter oder aufgewirbelter brennbarer Staub kann z. B. durch folgende Zündquellen entzündet werden:
offene Flammen, z. B. Feuerarbeiten, Streichholz- oder Feuerzeugflamme,
Zigarettenglut, Zigarettenkippen,
heiße Oberflächen mit einer Oberflächentemperatur größer oder gleich 135 °C, z. B. Heizeinrichtungen, heißgelaufene Lager, heißes Strahlgut,
funkenreißende Maschinenteile,
chemische Reaktionen, z. B. aluminothermische Reaktionen,
elektrostatische Entladungsvorgänge,
elektrische Anlagen und Betriebsmittel, die nicht den jeweils anzuwendenden VDE-Bestimmungen entsprechen.

Der Grad der jeweiligen Feuer- und Explosionsgefahr ist festgelegt durch die Einteilung in feuer- und explosionsgefährdete Bereiche:

Festlegungen für staubexplosionsgefährdete Bereiche bei Strahlarbeiten mit ihren Zoneneinteilungen sind im Anhang 1 zusammengestellt. Hinsichtlich Schutzmaßnahmen in diesen Zonen siehe "Explosionsschutz-Richtlinien - (EX-RL)" (BGR 104, bisherige ZH 1/10).

Hinsichtlich Schutzmaßnahmen bei elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln siehe DIN VDE 0165 "Errichten elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen".

Hinsichtlich Schutzmaßnahmen bei elektrisch leitfähigen Anlagenteilen, die elektrostatisch aufgeladen werden können, siehe BG-Regeln "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen" (BGR 132, bisherige ZH 1/200). Solche Anlagenteile sind z. B.:
Aufnahmeeinrichtungen für das Strahlgut (Tisch, Gehänge),
Erfassungseinrichtungen, einschließlich der Strahlraumbegrenzungen,
Lüftungs- und Absaugrohre,
Filtergehäuse, einschließlich Staubsammeltrichter, Filterstützkörbe, Filtertaschen und -schläuche, sofern diese leitfähig sind,
Schlauchleitungen von Druckluftstrahleinrichtungen.

Feuergefährdete Bereiche sind die explosionsgefährdeten Bereiche und der Umkreis von 5 m um mögliche Staubaustrittsstellen. Hinsichtlich Schutzmaßnahmen bei elektrischen Anlagen im Umkreis von 5 m um mögliche Staubaustrittsstellen siehe DIN VDE 0100-720 "Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V; Feuergefährdete Betriebsstätten".


DA zu § 8 Abs. 2:

Einrichtungen sind Absaugeinrichtungen nach § 5 und Einrichtungen zur Strahlmittelrückgewinnung.

Diese Forderung ist für Rohrleitungen erfüllt, wenn zur Vermeidung von Staubablagerungen
möglichst gerade, strömungstechnisch günstig gestaltete Leitungsteile
und
eine Strömungsgeschwindigkeit von mindestens 20 m/s

vorliegen.

Diese Forderung ist für Naßabscheider z. B. erfüllt, wenn
gefährliche Staubanbackungen oder -ansammlungen
und
beim Strahlen von Leichtmetallen zusätzlich die Ansammlung gefährlicher Wasserstoff-Luft-Gemische
vermieden sind

und

sie derart überwacht werden, daß bei ungenügender Wirksamkeit der Absaugung (z. B. Strömungsgeschwindigkeit, Unterdruck) die Strahlanlage selbsttätig abgeschaltet wird.

Diese Forderung ist für Trockenabscheider z. B. erfüllt, wenn sie
explosionsfest für den reduzierten Explosionsdruck gebaut,
mit Explosions-Druckentlastungseinrichtungen und mit Einrichtungen zur explosionstechnischen Entkopplung ausgerüstet sind
und
derart überwacht werden, daß die Strahlanlage abgeschaltet wird, wenn der erforderliche Unterdruck am Filter nicht mehr erreicht wird.

Siehe VDI 3673 Blatt 1 "Druckentlastung von Staubexplosionen" und VDI 2263 "Staubbrände und Staubexplosionen; Gefahren, Beurteilung, Schutzmaßnahmen".