§ 13
Schutz gegen Strahlmitteleinwirkung

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Einrichtungen zum Erfassen, Fortleiten und Abscheiden des Staubes sowie der Lufterneuerung und Luftführung wirksam sind.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Strahlarbeiten, soweit es die betriebstechnischen Gründe zulassen,
1.in Strahlmaschinen oder Strahlanlagen
oder
2.mit Strahlgeräten, in deren Strahlräumen sich beim Strahlen keine Personen aufhalten können,

durchgeführt werden. DA

(3) Können Gegenstände aus betriebstechnischen Gründen nicht entsprechend Absatz 2 gestrahlt werden, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß sie, soweit es ihre Abmessungen zulassen, in Strahlräumen gestrahlt werden, die den Anforderungen der §§ 4 und 5 entsprechen. DA

(4) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß die Versicherten während der Strahlarbeiten nach Absatz 3 persönliche Schutzausrüstungen nach § 11 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 benutzen.

(5) Können Gegenstände wegen ihrer Abmessungen auch nicht in Strahlräumen nach Absatz 3 gestrahlt werden, dürfen sie nur gestrahlt werden, wenn der Unternehmer sichergestellt hat, daß Personen nicht gefährdet sind. DA

(6) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Strahlräume erst dann ohne Atemschutzgeräte betreten werden, wenn die Staubkonzentrationen soweit abgesunken sind, daß die zulässigen MAK- und TRK-Werte dauerhaft sicher eingehalten sind. DA

(7) Ist beim Reinigen von Strahlräumen und Abscheideeinrichtungen, beim Beseitigen von Strahlschutt oder beim Entfernen von Strahlmittelrückständen die Entwicklung von Staub nicht zu vermeiden, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß die im Einwirkungsbereich des Staubes beschäftigten Versicherten persönliche Schutzausrüstungen nach § 11 benutzen.


DA zu § 13 Abs. 2:

Diese Forderung ist z. B. erfüllt, wenn Strahlarbeiten in Schleuderstrahlanlagen, in Handstrahlkammern (Handstrahlkästen) oder mit Saugkopfstrahleinrichtungen durchgeführt werden.


DA zu § 13 Abs. 3:

Betriebstechnische Gründe liegen dann vor, wenn das Strahlgut wegen seiner Abmessungen, seiner Form oder seines Gewichts nicht in Strahlmaschinen oder Strahlanlagen gestrahlt werden kann oder die Errichtung von Strahlanlagen einen im Vergleich zu Dauer und Häufigkeit der Strahlarbeiten unverhältnismäßig hohen Aufwand erfordert.


DA zu § 13 Abs. 5:

Die Forderung zum Schutz gegen mechanische Gefahren ist z. B. erfüllt, wenn Strahlarbeiten im Freien hinter einem mit Planen abgehängten Gerüst durchgeführt werden.

Strahlarbeiten außerhalb von Strahlanlagen und -räumen werden an Bauwerken, Bauwerksteilen oder Gegenständen (z. B. Wasserfahrzeugen, Schienenfahrzeugen, Großmaschinengehäusen) durchgeführt, die nicht transportabel sind oder wegen ihrer Abmessungen nicht in Strahlanlagen oder Strahlräume eingebracht werden können.

Verletzungsgefahr durch austretendes Strahlmittel besteht für
in der Nähe befindliche Personen
und
Maschinenführer von Strahlmaschinen und Einrichtungen, die sich außerhalb des Strahlraumes aufhalten.

Die Gefahr einer Gesundheitsschädigung besteht beim Entfernen z. B. bleihaltiger, arsenhaltiger, quecksilberhaltiger, zinkchromathaltiger, teer- und pechhaltiger Beschichtungsstoffe von Oberflächen sowie beim Strahlen quarzhaltiger Materialien und form- und kernsandbehafteter Gußstücke.


DA zu § 13 Abs. 6:

Diese Forderung ist z. B. erfüllt, wenn beim Freistrahlen mit Druckluft im Strahlraum nach Beendigung der Strahlarbeiten ein 5facher Luftwechsel vor dem Betreten des Strahlraumes erfolgt ist, wobei eine Luftwechselzahl von 40 bis 60 pro Stunde zugrunde gelegt wird.

Dies bedeutet, daß bei einer
Luftwechselzahl von 40 pro Stunde eine Wartezeit von 8 Minuten
und
Luftwechselzahl von 60 pro Stunde eine Wartezeit von 5 Minuten

einzuhalten ist.

MAK-Werte und TRK-Werte siehe Durchführungsanweisungen zu § 11 Abs. 1.